PG-Unverträglichkeit, ja, nein, vielleicht?

Ich lese in den Sozialen Netzwerken sehr oft, dass Dampfer, denen es im Hals kratzt und die husten müssen, direkt eine Propylenglycol-Allergie haben. Leider wird dann häufig geraten, dass sie sofort auf VG-lastige Liquids umsteigen sollen. Aber vielleicht ist der Verdampfer gar nicht dazu geeignet. Ich möchte diese Problematik in diesem Beitrag aufgreifen, weil viele Dampfanfänger verunsichert werden. Das Internet ist voll mit Aussagen darüber, was zu einer Propylenglycol-Allergie führt und irgendwie wird man nicht schlau daraus. Deshalb versuche ich nun einmal, es klar und verständlich auszudrücken.

Was ist Propylenglycol überhaupt?      

Propylenglykol (1,2 Propandiol) ist eine klare, farblose, nahezu geruchlose und stark wasseranziehende Flüssigkeit. Propylenglykol gehört zu den mehrwertigen Alkanolen. Es ist mit Wasser und Ethanol (Alkohol) mischbar, mit fetten Ölen dagegen nicht. Bei hohen Temperaturen oberhalb 150°C ist es oxidationsempfindlich.

Propylenglykol ist in der EU als Lebensmittelzusatzstoff zugelassen und trägt die Bezeichnung E 1520.

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Wofür wird Propylenglycol benutzt?

Propylenglykol ist in Lösungsmitteln und in Hygieneartikeln wie Hautcremes, Zahnpasta, Mundwasser und Deos als Feuchthaltemittel und Weichmacher enthalten. PG kommt als Basis in Mehrkomponentensystemen zur Anwendung und ist in der Lage, W/O-Emulsionen (Wasser in Öl) zu fördern. Es kann die Löslichkeit verschiedener Stoffe deutlich verbessern und eine stabilere Dispersion von Arzneistoffen in Salben gewährleisten. Darüber hinaus kann es häufig zu einer deutlichen Aufnahmeverbesserung verschiedener Wirkstoffe beitragen. Die antimikrobielle Wirksamkeit macht einen Einsatz weiterer Konservierungsmittel häufig überflüssig. Das Irritationspotential an der Haut ist konzentrationsabhängig. Ein geringer Zusatz von 10 bis 15 % wird aber allgemein als tolerierbar angesehen.

Im Alltag begegnet dem Verbraucher PG auch im Kaugummi und in Nahrungsergänzungsmitteln in Form von Tabletten oder Kapseln. Bei der Zubereitung von Lebensmittelaromen wird PG als Trägerstoff verwendet und in Diskotheken für die Nebelmaschinen. Es wird zusammen mit Glycerin sowohl dem Zigarettentabak als auch dem Wasserpfeifentabak zugesetzt. Durch die Tabakverordnung wurde der Feuchthaltemittel-Gehalt im Rauchtabak auf 5 % begrenzt.

PG darf als Trägerstoff und Trägerlösungsmittel für Farbstoffe, Antioxidationsmittel, Emulgatoren und Enzyme verwendet werden. Wegen seiner im Vergleich zu Ethylenglycol geringeren Giftigkeit wird es, gemischt mit Wasser, als Wärmeträgermedium in der Solarthermie oder in Kühlanlagen in der Lebensmittelverarbeitung verwendet.

In einer Veröffentlichung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft im Mai 2005 wurde bekannt, dass 1,2-Propylenglykol in fast allen Tabakprodukten als Zusatzstoff enthalten ist. Vor allem in wässriger Lösung findet es Verwendung, um Befeuchtungssysteme in Humidoren zu betreiben. Dort soll es zum einen das Schimmeln der Anlage verhindern (relative Luftfeuchte über 70 %). Zum anderen soll es aber nicht, wie Benzoesäure, gesundheitsschädlich (zu krebserregenden Substanzen) verbrennen oder gar das Aroma der Zigarren verändern.

Nicht risikofrei, aber weniger schädlich

Sola dosis facit venenum (Nur die Dosis macht das Gift.)

Propylenglykol ist keinesfalls eine gänzlich unbedenkliche Substanz. Sie ist verantwortlich für diverse Nebenwirkungen, die auch Dampfer kennen. Besonders die Auswirkungen auf die Atemwege ist hier zu benennen. Sie fallen zwar vergleichsweise gering aus, sind aber dennoch zu spüren. Abschließend kann also gesagt werden, dass das PG zwar nicht gänzlich risikofrei ist. Hinsichtlich der Gefahr für den menschlichen Organismus ist es aber weit entfernt von den Risiken der Tabakzigarette.

Und genau das ist es, was für dich als Dampfer im Vordergrund stehen sollte. PG ist eine drastische Verbesserung zu den Substanzen, denen sich ein Raucher durch den Konsum von Tabak an einem durchschnittlichen Tag freiwillig aussetzt. Hier sind Herzerkrankungen, chronischer Raucherhusten oder im schlimmsten Fall eine schwere Krebserkrankung keine Seltenheit. Dampfer spielen dabei im direkten Vergleich nahezu auf einer „sicheren“ Seite. Dennoch: Die Risiken und Nebenwirkungen des PGs sollten Dir immer bewusst sein. Unter anderem auch, dass es sich bei einer Unverträglichkeit der Substanz durchaus lohnt, auf PG-freie E-Liquids umzusteigen.

Falls du Umsteiger bist und gerade mit dem Rauchen aufgehört hast, kann es durchaus sein, dass dein Körper sich nun reinigt. Die Lunge macht das mit Husten. Es ist noch kein stichhaltiger Beweis dafür, dass du wirklich gegen PG allergisch bist. Deswegen rate ich dazu, die Ruhe zu bewahren. Jeder Körper ist anders und reagiert bei Zigaretten-Entzug verschieden. Falls der Husten innerhalb von 7 bis 10 Tagen nicht wesentlich besser ist, solltest du definitiv einen Arzt hinzuziehen! Zigaretten enthalten Stoffe, die dafür sorgen, dass der Raucher nicht husten muss!

Ein paar Tipps, die vielleicht helfen, das Husten abzustellen: Check das Nikotin (meist ist alles über 3 mg bei direkten Lungenzügen etwas zu hart). Check die Air Flow: Ziehst Du richtig am Verdampfer? Es gibt viele Ursachen, die zu einer Propylenglycol-Allergie führen können.

Aktualisiert am 16. Oktober 2020

Tina
Tina, leidenschafliche Dampferin seit 2016. Hilft das Dampfen umfassend zu verstehen und testet am liebsten neue Produkte.

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Kommentare

  1. Ich selber habe auch eine leichte PG unverträglichkeit dh. aber nicht gegen jedes versch. Hersteller nutzen auch nicht alle die selbe Pflanze aus dem das PG gewonnen wird……zb. Kann ich die Base von German Flavour überhaupt nicht ab selbst geringe Mengen der Nikoshots machen sich bemerkbar…..ich dampfe mittlerweile die Base von Rauchfrei und das Problem hat sich damit erledigt……..

  2. Hervorragender Beitrag und einen wirklich schönen Blog hast du hier! Ich werde sicherlich öfter mal vorbeischauen! 🙂

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