Teil 8: Nikotin (für Umsteiger von der Zigarette zur E-Zigarette)

Hier zeigen wir dir, wie du als Umsteiger von der Zigarette auf die E-Zigarette die für dich optimale Nikotinmenge und –konzentration im E-Liquid ermittelst und worauf du achten musst, damit der Umstieg so einfach und entzugsfrei wie möglich für dich erfolgt.

 

Wie viel Nikotin sollte im E-Liquid sein? Diese Frage ist nicht ganz so einfach zu beantworten, es sollte in jedem Fall jedoch genug Nikotin sein, dass du dich wohl fühlst und nicht auch noch zusätzlich unter dem Nikotinentzug zu leiden hast. Denn für viele Umsteiger ist der Rauchstopp selber bereits schwierig genug – trotz E-Zigarette.

Ich habe 30 Jahre lang stark geraucht und war dank E-Zigarette innerhalb von zwei Tagen komplett rauchfrei – und das nur mit ganz minimalen Entzugserscheinungen. Dafür mache ich drei Faktoren verantwortlich:

  1. Ich habe mich nicht unter Druck gesetzt. Meine Prämisse war, ich möchte zwar aufhören, wenn ich aber das Gefühl habe, unbedingt rauchen zu müssen, dann darf ich das tun.
  2. Ich hatte eine ordentliche E-Zigarette, die zuverlässig funktionierte und ausreichend Dampf gemacht hat.
  3. Ich habe nicht mit dem Nikotin gegeizt.

Über den ersten Punkt lässt sich trefflich streiten. Hier muss jeder seinen eigenen Weg finden.Das Rüstzeug zum Finden der für dich passenden E-Zigarette habe ich dir bereits mit auf den Weg gegeben. Bleibt also noch das Nikotin.

 

Wie viel Nikotin ist in einer Zigarette?

Beim Rauchen einer Zigarette nimmst du im Schnitt ca. 2mg Nikotin auf. Vergiss die Angaben auf der Verpackung („Der Rauch einer Zigarette enthält…“). Diese Werte werden mittels Rauchautomaten ermittelt und gehen völlig an der Wirklichkeit vorbei. Es ist auch unerheblich, ob du starke oder leichte Zigaretten rauchst. Du nimmst mit beiden gleichermaßen viel Nikotin auf. Die tatsächliche Menge des aufgenommenen Nikotins ist abhängig von der Stärke des Zugs und der Tiefe und Dauer der Inhalation. Du hast das sicher auch schon an dir selber beobachten können, denn konntest du eine längere Zeit nicht Rauchen, ziehst du anschließend den Rauch extra tief in die Lunge und hältst ihn länger drin. Auf diese Weise kann man sogar bis zu vier Milligramm Nikotin mit einer einzigen Zigarette zu sich nehmen.

Aber halten wir uns ruhig an den Duchschnittswert von 2mg Nikotin pro Zigarette und nehmen an, du rauchst täglich durchschnittlich 30 Stück davon. In dem Fall läge deine gewohnte Tagesdosis an aufgenommenen Nikotin bei ca. 60 Milligramm.

Wie viel Nikotin nimmt man beim Dampfen auf?

Beim Dampfen ist es ähnlich. Je länger du ziehst und je tiefer du den Dampf inhalierst, desto ergiebiger ist die Nikotinaufnahme. Leider gibt es zum Dampfen nur wenige Studien, die sich mit der Aufnahme von Nikotin beschäftigen (oder ich habe sie bisher nicht gefunden). Die wenigen Angaben, die ich diesbezüglich finden konnte, behaupten, dass man zwischen 40 und 60 Prozent des dem Liquid zugesetzten Nikotins beim Dampfen aufnimmt. Zurückblickend auf meine eigenen Erfahrungen beim Umstieg kann ich diese Angabe gefühlsmäßig bestätigen. Gehen wir also ruhig davon aus, dass wir die Hälfte des zugesetzten Nikotins aufnehmen und die andere Hälfte wirkungslos in die Luft blasen.

Ins Verhältnis gebracht

Stellen wir Zigarette und Liquid gegenüber, bedeutet das, du müsstest so viel Liquid verdampfen, dass die Gesamtmenge Nikotin im Liquid bei ca. 120mg liegt, um damit 30 Zigaretten zu ersetzen.

Allerdings verhält man sich als Dampfer meist etwas anders als als Raucher. Die E-Zigarette kennt – im Gegensatz zur herkömmlichen Zigarette – kein Ende (mal abgesehen von einem leeren Tank). Als Raucher raucht man seine Zigarette auf. Die wenigsten Raucher werden nur drei oder vier Züge nehmen und die Zigarette anschließend wegwerfen. Dadurch ist der Nikotinspiegel eines Rauchers zwangsläufig einem ständigen Auf und Ab unterworfen. Fällt der Spiegel unter die „Wohlfühlgrenze“, dann steckt er sich die nächste Zigarette an.

Der Vorteil als Dampfer

Als Dampfer hast du einen gewaltigen Vorteil, denn du kannst mal eben einen Zug nehmen und das Gerät wieder zur Seite stellen. Handhabt man es so, bleibt der Nikotinspiegel deutlich konstanter und das normalerweise auf einem durchaus niedrigeren Niveau. Trotzdem fühlt man sich wohl, weil der Entzug normalerweise einsetzt, wenn der Spiegel unter eine bestimmte Marke fällt. Aus meiner eigenen Erfahrung schließe ich, dass man als Umsteiger gut mit ca. 2/3 der Nikotinmenge auskommt, die man als Raucher zu sich genommen hat. Bei 30 Zigaretten bedeutet das dann also nur noch 80mg Gesamtmenge Nikotin im täglich verbrauchten Liquid.

Wer jedoch z.B. auf der Arbeit nicht dampfen kann und stattdessen auf eine Raucher- bzw. nun Dampferpause angewiesen ist, wird in dieser Zeit nicht so regelmäßig dampfen können, wie es sinnvoll wäre. Hier muss man sich behelfen. Eine Möglichkeit wäre es, in dieser Zeit Liquids mit einer höheren Nikotindosis zu dampfen, um nicht auf Entzug zu kommen.

 

Wie viel Milligramm pro Milliliter?

Soweit so gut, um jedoch zu wissen, wie viel Milligramm Nikotin in deinem Liquid sein soll, musst du zuvor wissen, wie viel Liquid du überhaupt pro Tag verdampfen wirst. Dies ist wiederum abhängig vom Verdampfer und der eingestellten Leistung. Ein Backendampfer wird deutlich weniger Liquid verbrauchen als ein Lungendampfer. Wer mit 30 Watt dampft wird ebenfalls weniger brauchen als ein Dampfer der große Wolken bei 80 oder 100 Watt erzeugt. Es gibt Dampfer, die Liquid geradezu vernichten und andere, die einen recht geringen Verbrauch haben. Zu welcher Sorte du zählst, kannst du aktuell wahrscheinlich noch nicht sagen. Deshalb bleibt letztlich nur der grobe Versuch der Annäherung, bis man den tatsächlich persönlichen Bedarf durch Ausprobieren ermittelt hat.

Meine Empfehlung für den Start ist: Starke Raucher wählen als Backendampfer ein Liquid mit 18mg und als Lungendampfer mit 6mg Nikotin pro Milliliter. Mäßige Raucher wählen als Backendampfer ein Liquid mit 9 – 12mg und als Lungendampfer mit 3mg Nikotin pro Milliliter. Gelegenheitsraucher sollten versuchen, ob sie nicht ganz ohne Nikotin auskommen. Lungendampfer, die mit hohen Leistungen und einer einhergehenden sehr großen Dampfentwicklung dampfen, sollten auch als starke Raucher nicht mehr als 3mg Nikotin pro Milliliter verwenden und sich als mäßige Raucher im Bereich von 1 – maximal 1,5mg bewegen.

Meiner Erfahrung nach fällt der Umstieg von der Zigarette leichter, wenn man mit einer geringeren Nikotinkonzentration im Liquid viel und regelmäßig dampft, anstatt mit einer höheren Konzentration weniger viel zu dampfen. Kommt die Lust auf eine Zigarette hoch, hat es mir sehr geholfen, gegen diese Lust anzudampfen, mich dabei bewusst auf den Vorgang des Ziehens und Inhalierens zu konzentrieren und diesen intensiv wahrzunehmen. Ist die Nikotinkonzentration jedoch zu hoch angesetzt, kann man sich auch überdampfen. Der Körper bekommt zu viel Nikotin, die Folge ist Schwindel und Übelkeit. Keine Sorge, das geht recht schnell wieder vorbei und stellt auch keine Gefahr dar. Aber überdampft man sich, bevor die Lust auf die Zigarette schwindet, ist das kontraproduktiv.

Unterschiede zwischen Rauch und Dampf bezogen auf die Sucht

Zigarettensucht ist mehr als Sucht nach Nikotin. Sowohl das Inhalieren als auch das Lungengefühl sind Teil dieser Sucht. Daher ist der Umstieg auf die E-Zigarette meines Erachtens nach auch ein einfacherer Weg als z.B. über Nikotinpflaster oder -kaugummis, die diesen Teil der Sucht unbeachtet und unerfüllt lassen.

Abgesehen davon, dass du bei der E-Zigarette Dampf anstatt Rauch inhalierst und es auch anders schmeckt, gibt es einen weiteren Unterschied: Nikotin hat auf das menschliche Gehirn eine beruhigende Wirkung. Diese Wirkung erzielst du sowohl mit dem Rauchen einer Zigarette als auch mit dem Dampfen einer E-Zigarette. Wird Nikotin sehr schnell vom Gehirn aufgenommen – man spricht hier von der Anflutgeschwindigkeit – erzeugt das jedoch zusätzlich einen besonderen Kick im Gehirn und dieser Kick ist es, der einen Raucher immer wieder zur Zigarette greifen lässt. Bei Tabakrauch ist die Anflutgeschwindigkeit extrem hoch, man spricht von ca. 10 Sekunden, die das Nikotin benötigt, um von der Lunge im Gehirn anzukommen. Entsprechend hoch ist der Kick. Auch bei der E-Zigarette gibt es diesen Kick, allerdings fällt er, warum auch immer, deutlich geringer aus. Anscheinend wird das Nikotin aus dem Dampf vom Körper nicht so gut und schnell aufgenommen wie aus dem Tabakrauch. Leider habe ich dazu jedoch keine Studien gefunden, die sich näher damit beschäftigen.

Dieser geringere Kick ist Segen und Fluch gleichermaßen. Wenn du die E-Zigarette lediglich als temporäres Hilfsmittel betrachtest, um mit dem Rauchen aufzuhören und anschließend auch ganz frei von Nikotin und der Inhalation irgendwelcher Substanzen zu werden, ist der geringere Kick sicherlich eher hilfreich. Ich selber bin (noch) nicht völlig nikotinfrei, kann jedoch bereits jetzt sagen, dass ich deutlich länger und entspannter dampffreie Phasen überwinden kann, als mir das als Raucher mit rauchfreien Zeiten möglich war. Ich möchte behaupten, dass ich zwar immer noch süchtig bin, meine Sucht jedoch mittlerweile deutlich schwächer ausfällt als zu Zeiten, in denen ich geraucht habe.

Nachteilig wirkt sich der geringere Kick jedoch beim Umstieg aus, denn es wird sich nicht ganz vermeiden lassen, dass dir in der ersten Zeit irgendetwas fehlt. Ich vermute hierin den Hauptgrund, wieso einige den Umstieg letztlich doch nicht schaffen.

 

Urheberrechtshinweis: Text mit freundlicher Genehmigung übernommen von
der Aromenmanufaktur STEAMWOLF.DE – handcrafted Premium-Aromen für Dampfer.

 

 

Ein Gedanke zu „Teil 8: Nikotin (für Umsteiger von der Zigarette zur E-Zigarette)

  • 22. Juni 2017 um 04:29
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