Teil 3: Die Geräteklassen

Hier verschaffe ich dir einen generellen Überblick darüber, welche Arten von E-Zigaretten es gibt und erkläre die Unterschiede. So kannst du besser das für dich passende Gerät finden.

Als ich mit dem Dampfen anfing, recherchierte ich viele Stunden im Netz und je mehr ich las, desto größer wurde meine Unsicherheit und das Fragezeichen in meinem Kopf. Ich hatte einen Flickenteppich aus Informationen, die ich nicht geordnet bekam, weil mir grundsätzliches Wissen fehlte. Wissen, das anscheinend so einfach und rudimentär war, dass sich niemand die Mühe machte, es verständlich aufzuschreiben. Es wurde einfach vorausgesetzt. Fast hätte ich dann in meinem Frust ein sehr einfaches (aber nicht sonderlich gutes) Gerät gekauft, weil dieses aus einem einzigen Teil bestand und ich hierbei keine Sorge hatte, etwas zu kaufen was nicht zusammenpasst. Glücklicher Weise fand ich dann einen erfahrenen Dampfer, der mich beim Kauf meiner ersten E-Zigarette an die Hand nahm und mit mir gemeinsam ein gutes Gerät aussuchte.

Vielleicht geht es dir gerade wie mir damals. Lies weiter, dann wird aus deinem Flickenteppich ein geordnetes Bild und du verstehst, wie einzelne Komponenten zusammenpassen.

Geräte mit und ohne Schutzelektronik

E-Zigaretten gibt es in allen erdenklichen Größen, Farben und vor allem Leistungsklassen. Zunächst einmal muss man zwischen regelbaren Geräten mit Schutzelektronik und dem mechanischen/ungeregelten Dampfen ohne Schutzmechanismen (Mech Mods) unterscheiden. Für letzteres gilt in meinen Augen ganz klar: Das ist nicht anfängertauglich und von diesen Geräten geht bei falscher Anwendung eine nicht unerhebliche Gefahr aus! Daher werde ich in dieser Anfängerreihe auch nicht weiter auf diese Geräte eingehen sondern lediglich erklären, wie du die Geräte erkennen kannst.

Mechanischer Akkuträger
Mechanischer Akkuträger

Geräte ohne Schutzelektronik haben i.d.R. nur einen Taster, sonst kann man daran nichts einstellen. Drückt man den Taster fließt Strom – das war‘s. Die Leistungsentnahme aus der Akkuzelle bestimmt sich durch den elektrischen Widerstand des Coils. Je geringer der Widerstand, desto höher die Leistungsentnahme. Ist der Widerstand zu gering und die Akkuzelle dafür nicht geeignet oder produziert man gar einen Kurzschluss im Coil, kann es zu einer Überlastung und sehr gefährlichen Entgasung der Akkuzelle kommen! Die E-Zigarette wird so zu einer kleinen Bombe.

Eine E-Zigarette mit Schutzelektronik hingegen verhindert Anwendungsfehler dieser Art sehr zuverlässig! Vorausgesetzt man nutzt die passenden Akkus, sind diese Geräte sehr sicher. Bei immer mal wieder durch die Medien geisternden Horrormeldungen über explodierende E-Zigaretten handelt es sich (sofern das nachvollziehbar ist) immer um Geräte ohne Schutzelektronik.

Bei einer geschützten/regelbaren E-Zigarette wird die Leistungsabgabe nicht mehr über den elektrischen Widerstand des Coils, sondern ausschließlich durch die Elektronik des Gerätes bestimmt. Stimmt etwas nicht, z.B. wenn ein Kurzschluss im Coil besteht, zu lange gefeuert wird, der Akku zu leer wird, etc., steigt das Gerät mit einer Fehler- oder Warnmeldung aus und wahrt so die Sicherheit. Geräte mit Schutzelektronik haben meist ein Display und lassen sich ein- und ausschalten. Zusätzlich gibt es oft eine Plus- und Minustaste, mit der man die Leistung regulieren und durch das Menü der Software navigieren kann.

Es gibt zwar auch einfache Einstiegsgeräte mit Schutzelektronik, die ohne Display auskommen und mit nur einem Knopf bedient werden, allerdings kann auch diese ein Laie recht einfach von Geräten ohne Schutzelektronik unterscheiden. Denn diese Geräte lassen sich zumindest ein- und ausschalten und signalisieren dies fast immer dadurch, dass zumindest ein Licht angeht. Solltest du dir dennoch bei einem Gerät unsicher sein, frage im Zweifelsfall bitte vor dem Kauf beim Händler nach.

Einweg E-Zigaretten, Kartuschen Systeme (sogenannte Cig-a-likes)

Das ist die kleinste Form der E-Zigarette und ich halte davon wenig bis gar nichts. Diese E-Zigaretten sind nicht oder kaum größer als eine herkömmliche Zigarette. Manche muss man sogar wegwerfen, wenn sie leer gedampft sind (ganz klasse für die Umwelt), andere kann man wieder aufladen. Für manche gibt es fertig mit Liquid befüllte Kartuschen, in denen auch gleich die Verdampfereinheit inkludiert ist (ebenfalls ganz klasse für die Umwelt und dazu noch unverschämt teuer). All diese E-Zigaretten sind Backendampfer und produzieren nur sehr geringe Mengen Dampf. Tu dir selber den Gefallen und vergiss diesen Müll. Das ist zum Fenster rausgeworfenes Geld und ich habe diese Geräte nur der Vollständigkeit halber erwähnt.

Einfache, einteilige Einsteigergeräte

Diese Geräte bestehen i.d.R. aus einem Stück. Der Verdampfer ist mit der stromliefernden Einheit fest verbunden, d.h. der Verdampfer kann nicht durch einen anderen ersetzt werden. Meist haben diese Geräte nur einen einzigen Knopf, mit dem man das Gerät durch mehrmaliges Drücken ein- und ausschalten und es durch einmaliges, längeres Drücken zum Dampfen aufheizen, bzw. befeuern kann. Manche Geräte haben darüber hinaus zwei Modi, einen für mehr Leistung/Dampf und einen für weniger. Es gibt sogar einige dieser recht einfachen Geräte, bei denen man den Verdampfer abschrauben und ggf. durch einen anderen ersetzen kann. Wenn man das möchte, sollte man jedoch darauf achten, dass der Verdampfer einen genormten Anschluss (510er) hat, damit andere Verdampfer auch tatsächlich passen.

Der Vorteil dieser Geräte liegt in ihrer meist recht geringen Größe und den eher geringen Anschaffungskosten. Mittlerweile gibt es in diesem Segment auch durchaus Geräte, die ein brauchbares Dampferlebnis liefern. Es gibt Geräte sowohl zum Backen- als auch zum Lungendampfen bzw. Hybridversionen, die beide Techniken gleichermaßen abdecken sollen.

Die geringe Größe und die niedrigen Anschaffungskosten haben jedoch auch ihren Preis. Gemessen an größeren Geräten ist die Stromkapazität recht gering. Der Akku ist nicht wechselbar, das Gerät muss also relativ häufig aufgeladen werden. Manche Geräte kann man weiterdampfen, während sie geladen werden, bei anderen ist dies nicht möglich. Da Akkus nicht ewig halten, muss man das komplette Gerät (bitte fachgerecht) entsorgen, wenn der Akku das Ende seiner Lebensphase erreicht hat. Gerade Neudampfer, die mit dem Rauchen aufhören wollen, stoßen hier schnell an ihre Grenzen. Nichts ist frustrierender als eine leere E-Zigarette, wenn die Sucht an einem nagt.

Mein Fazit: Wenn du dir noch gar nicht nicht sicher bist, ob Dampfen überhaupt etwas für dich ist, kauf dir ruhig ein solches Einstiegsgerät. Die gibt es mittlerweile bereits ab 20 – 30 Euro. Später kannst du dir dann etwas Größeres zulegen und deine erste kleine Dampfe für den Notfall verwahren oder verschenken.

Zweiteilige Geräte

Diese Geräte haben i.d.R. mehr Einstellungsmöglichkeiten, d.h. du kannst stufenlos regulieren, wie viel Leistung sie abgeben sollen. Verdampfer und Akkuträger können voneinander getrennt werden und sind auch in Kombination mit anderen Verdampfern/Akkuträgern verwendbar. Verbunden werden die beiden Einheiten über einen genormten Anschluss – der 510er Anschluss. Damit wird der Verdampfer in den Akkuträger geschraubt und mit Strom versorgt.

Sowohl Akkuträger als auch Verdampfer kann man einzeln kaufen. Für den Einstieg gibt es mittlerweile jedoch auch Bundles, also ein Akkuträger incl. dazu passendem Verdampfer. Sofern es sich um einen Akkuträger mit wechselbarer Akkuzelle handelt, muss man die Zelle ggf. noch zusätzlich erwerben. Verdampfer, Akkuträger und Akku müssen zusammenpassen – deshalb ist es für Neueinsteiger so kompliziert, hier die richtige Wahl zu treffen. Dabei ist das gar nicht so schwierig, sofern man das nötige Grundwissen hat.

Dieses Wissen vermittele ich dir in den nächsten Teilen und weil Akkuträger, Akku und Verdampfer drei verschiedene Dinge sind, bekommt jedes davon einen eigenen Teil.

 

Urheberrechtshinweis: Text mit freundlicher Genehmigung übernommen von
der Aromenmanufaktur STEAMWOLF.DE – handcrafted Premium-Aromen für Dampfer.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


*