Teil 5: Die Akkuzellen

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Hier erfährst du, wie du den passenden Akku für deine E-Zigarette findest und worauf du beim Umgang mit einem Akku achten musst.

Da es hier auch um Sicherheit geht, behandele ich dieses Thema sehr ausführlich! Bei Akkus besteht meiner Erfahrung nach bei Anwendern sowieso die größte Unsicherheit und der meiste Aufklärungsbedarf. Selbst in Dampfershops bekommt man während der Beratung teilweise haarsträubende Erklärungen.

Welche Akkuzellen werden in E-Zigaretten verwendet?

Bei den zum Dampfen verwendeten Zellen handelt es sich um sogenannte Industriezellen. Diese Zellen werden nicht speziell für E-Zigaretten gefertigt sondern werden normalerweise fest verbaut. Man findet sie in Notebooks, Akkuschraubern und ähnlichen Geräten, die viel Leistung benötigen. Eigentlich sind diese Zellen auch nicht für Endverbraucher gedacht, deshalb steht auf den Zellen außer einer meist sehr kryptischen Typenbezeichnung nicht viel drauf. Der Plus- und Minuspol ist nicht gekennzeichnet und Leistungsangaben sucht man vergebens. Der Überzug aus Plastik (Schrumpfschlauch) ist dünn und anfällig für Beschädigungen. Die Akkus müssen also vorsichtig behandelt werden.

 

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Was tun, wenn ein Akku beschädigt ist?

Ist die Außenhülle beschädigt und kommt darunter blankes Metall zum Vorschein, muss das geflickt werden. Insbesondere in Akkuträgern, die mehr als eine Zelle benötigen, sollte der Akku so nicht mehr verwendet werden. Ein Streifen Tesafilm oder besser noch etwas Isolierband reicht als erste Hilfemaßnahme aus. Ist die (oft weißen) Isolierscheibe unter der Hülle am Pluspol beschädigt oder gar abgefallen, darf der Akku jedoch nicht mehr verwendet werden! Es kann zu einem Kurzschluss beim Einlegen in den Akkuträger kommen.

Ist der Akku selber beschädigt z.B. ist er runtergefallen und hat eine Delle, darf er unter keinen Umständen weiterverwendet werden!

Wie werden Akkus transportiert?

Akkus darfst du niemals lose und unverpackt transportieren. Nutze dazu bitte eine Transportbox (Akkusafe). Kommt ein unverpackter Akku unglücklich mit Metall (z.B. einem Schlüssel) in Kontakt, kann es zu einem Kurzschluss kommen. Dein Akku kann explodieren und abbrennen. Kaufe einen geeigneten Safe am besten direkt mit den Akkus. Hat der Händler keinen auf Lager, bei Amazon gibt es die auf jeden Fall. Übergangsweise kannst du die Akkus auch einzeln (!) eingewickelt in einem kleinen Gefrierbeutel o.ä. transportieren. Ein ordentlicher Akkusafe ist dieser Methode jedoch vorzuziehen.

Wie werden Akkus entsorgt?

Akkus gehören in den Sondermüll. Du kannst sie in Batterie-Sammelboxen werfen (stehen in Geschäften, die Batterien verkaufen). Aber klebe bitte unbedingt vorher die Pole mit Isolierband oder zumindest Tesafilm gründlich ab, sonst besteht die Gefahr, dass der Akku mit den bereits geschilderten Folgen in der Sammelbox einen Kurzschluss produziert.

Was bedeutet 18650?

Die meisten Akkuträger benötigen 18650er Zellen. Die Nummer sagt aus, dass es sich um eine runde Zelle (die letzte Null) mit 18mm Durchmesser und 65mm Länge handelt. Einige wenige Akkuträger benötigen auch dickere oder kürzere Zellen. Ich empfehle dir jedoch, dich beim ersten Akkuträger für einen zu entscheiden, der mit einer oder mehreren 18650 Zellen betrieben wird. Bei diesen Zellen gibt es die größte Auswahl.

Der Pluspol

Den Pluspol der Zelle erkennst du an der meist weißen Isolierscheibe, die unter der Plastikhülle zu erkennen ist. Ist der Pluspol erhöht (Button Top), sieht man den hervorstehenden Nuppel. Ist der Pluspol flach (Flat Top) kann man um ihn herum eine kreisförmige Vertiefung und die Stege erkennen, die ihn halten.

Die meisten Akkuträger verwenden Akkus mit flachem Pluspol. Wenn nichts weiter angegeben ist, wird es eine Flat Top Zelle sein. Theoretisch könnte man auch eine Zelle mit erhöhtem Pol verwenden, allerdings sind diese dann meist etwas zu hoch und passen nicht. Button Top Zellen kommen meist eher in Akkuträgern zum Einsatz, in denen die Zellen nicht neben- sondern hintereinander liegen und sich mit den Polen berühren (sogenannte Tuben). Im Zweifelsfall frage den Händler, welche Zellen in dem von dir ausgesuchten Akkuträger verwendet werden müssen.

Kapazität und maximaler Entladestrom

Die Kapazität eines Akkus wird in Milliamperestunden (mAh) angegeben. Je mehr mAh ein Akku hat, desto länger hält er bis er leer ist. Der Wert des maximalen Entladestroms in Ampere (A) gibt an, wie schnell man den Strom aus der Zelle maximal entnehmen darf, ohne die Sicherheit der Zelle zu gefährden. Wird ein Akku überlastet, kann er entgasen und/oder abbrennen.

Für den maximalen Entladestrom gibt es eigentlich zwei Werte. Einen Wert für die dauerhafte, konstante Entnahme und einen für die Pulslast. Pulslast bedeutet, dass Strom nur kurzfristig entnommen wird. Einer Zelle kann man kurzfristig, also für wenige Sekunden, durchaus mehr Strom entnehmen, als das bei anhaltender Entnahme möglich ist. Allerdings findet man nur selten Angaben zur genauen Pulslast. Es gibt Webseiten, die ggf. Informationen dazu liefern. Bevor man sich für einen Akku entscheidet, sollte man noch einmal googeln, ob man einen Test dazu findet.

Es gibt eine Regel: Je höher die Kapazität eines Akkus, desto geringer ist sein maximaler Entladestrom! Um also den für dich bestmöglich passenden Akku zu finden, musst du eigentlich wissen, wie viel Entladestrom du ihm maximal entnehmen wirst – und das hängt davon ab, in welchem Leistungsbereich du dampfst. – Das ist jedoch einigermaßen kompliziert, deshalb handhabe ich es für mich auch anders: Ich orientiere mich an der Herstellerempfehlung zu dem Akkuträger. So bin ich immer auf der sicheren Seite, egal mit wie viel Leistung ich dampfe.

Hersteller von geregelten Akkuträgern empfehlen meist Akkus mit einer Mindestleistung von 25A für den maximalen Entladestrom. Die Elektronik der Akkuträger verhindert nämlich, dass der Zelle mehr als diese Maximalleistung entnommen wird, selbst wenn die Zelle in der Lage wäre, mehr Leistung sicher zu liefern. Insofern ist es völlig sinnlos, Zellen zu verwenden, die höhere Werte für den Entladestrom haben, da diese Zellen gleichzeitig auch eine geringere Kapazität haben.

Auch wenn der Hersteller selber meist 25A Akkus empfiehlt, ist ein guter Akku eines namhaften Herstellers mit 20A maximalem Entladestrom für einen geregelten Akkuträger i.d.R. absolut ausreichend. Das gilt selbst dann, wenn man ihn bis an seine Grenzen ausreizt (Wir erinnern uns: Pulslast). Teilweise gibt es auch Akkus, die „nur“ mit 15A spezifiziert sind und dennoch völlig problemlos und sicher im Akkuträger ihre Arbeit verrichten.

Geschütze oder ungeschützte Akkuzelle?

Genau wie beim Akkuträger gibt es auch bei Akkus eine Schutzelektronik. Das ist eine kleine Platine (das PCB), meist am Minuspol der Zelle, welche die Auslieferung des Stroms unterbricht, wenn der Akku überlastet wird. Dies soll die Verwendung des Akkus sicherer machen. – Diese Zellen können wir zum dampfen nicht gebrauchen. Zum Dampfen brauchen wir Zellen ohne Schutz. Zellen mit PCB werden wahrscheinlich auch nicht in den Akkuträger passen, denn sie sind genau wie Button Top Zellen zu hoch.

Die Akkus welcher Hersteller sind gut?

Für mich ist das bei 18650er Zellen Samsung, Sony und LG. Entscheidend ist, dass man bei diesen Herstellern auf die Leistungsangaben vertrauen kann – und das ist leider nicht bei allen Herstellern gegeben. Andere Akkus kommen bei mir nicht in die Dampfe. Samsung, Sony und LG bieten diverse 18650er Zellen an, von denen natürlich nicht alle zum Dampfen geeignet sind. Die nach heutigem Stand (01.02.2017) für mich sinnvollsten Zellen für geregelte Akkuträger sind, egal wie viele Zellen er fasst, diese beiden Akkus:

  • Samsung INR 18650-30Q – Flat Top – 3000mAH (15A)
  • LG INR18650HG2 – 3000mAh (20A)

Mit diesen Zellen kannst du das volle Leistungsspekrum deines Akkuträgers ausschöpfen

Tipp: Eine Überlastung der Akkuzellen macht sich normalerweise dadurch bemerkbar, dass die Akkus heiß werden. Wenn Du mit hohen Leistungen dampfst und dir nicht sicher bist, ob deine Akkus damit klar kommen, kontrolliere ihre Temperatur. Ein Akku sollte nicht viel wärmer als handwarm werden. Empfindest du ihn in der Hand als deutlich heiß, benutze ihn nicht weiter. Eine Akkutemperatur von 60 Grad ist zwar i.d.R. nach Spezifikation des Herstellers gerade noch ok, allerdings würde ich keinen Akku in einer E-Zigarette verwenden wollen, der diese Temperaturen erreicht. Verwechsel ein Erhitzen des Akkus nicht mit dem Erhitzen des Verdampfers. Beim Lungendampfen mit höherer Leistung ist es völlig normal, dass der Verdampfer um die Verdampferkammer herum heiß wird. Sollte der Verdampfer so heiß werden, dass du dir die Finger daran verbrennst, gönne dem Gerät eine Pause zum Abkühlen. Die Temperatur der Akkus kontrollierst du am besten, indem du sie aus dem Gerät heraus und in die Hand nimmst.

Diese Akkus sollte man nicht verwenden

Das große Problem mit Akkus ist, es ist nicht immer drin was drauf steht und das kann gefährlich werden. Man muss sich auf seine Akkus verlassen können. Akkus, die ein „Fire“ im Namen tragen und/oder auf denen Flammen abgebildet sind, gehören nicht in eine E-Zigarette, der Name ist hier oft Programm. Die Leistungsangaben auf diesen Akkus haben i.d.R. nichts mit den tatsächlichen Leistungen der Zelle zu tun sondern entspringen rein der Phantasie. Teilweise handelt es sich gar um recycelte Zellen. Die Akkus werden irgendwo eingekauft und erhalten einfach einen neuen Schrumpfschlauch. Zurecht kann man ein derartiges Vorgehen als hochkriminell bezeichnen. In E-Zigaretten haben diese Akkus jedenfalls nichts zu suchen.

Wo kann man Akkus kaufen?

Akkus lassen sich leider sehr einfach fälschen. Ein Stück farbiges Plastik mit einer aufgedruckten Nummer reicht aus, um aus einer alten, recycelten Zelle optisch einen Markenakku zu machen, den ein Laie nur schwer oder gar nicht vom Original unterscheiden kann. Aus diesem Grund sollte man nur bei sicheren Quellen kaufen. Recht sichere Quellen sind Dampfergeschäfte. Hier kannst du davon ausgehen, dass man dir zumindest nicht bewusst gefälschte Ware verkaufen wird.

 

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Wo sollte man beim Kauf vorsichtig sein

Persönlich würde ich Akkus zum Dampfen nicht bei Amazon kaufen. Ich habe zwar durchaus Vertrauen in Amazon, nur werden die Zellen i.d.R. nicht direkt über Amazon sondern von Händler verkaufen, die Amazon lediglich als Verkaufsplattform nutzen. Es ist nicht auszuschließen, dass sich unter diesen Händlern auch schwarze Schafe befinden. Wenn du bei Amazon kaufen möchtest, solltest du zumindest darauf achten, dass es sich bei dem Händler um einen mit Niederlassung in Deutschland handelt und du solltest darauf bestehen, eine ordentliche Rechnung zu erhalten, aus der auch die Anschrift des Händlers hervorgeht.

Ebenfalls würde ich keine Akkus in chinesischen Shops kaufen. Es gibt tolle chinesische Shops, in denen man eine phantastische Auswahl an Verdampfern, Akkuträgern und Zubehör findet. De facto gibt es keinen deutschen Onlinehändler, der hier auch nur annähernd mithalten kann. Wer Geduld in Bezug auf lange Lieferzeiten hat und sich nicht scheut, seine Ware hin und wieder auch mal beim Zoll abholen zu müssen, kann dort sehr günstig und gut einkaufen. – Nur eben bitte keine Akkus!

Der Sony Konion US18650VTC5A Mythos

Immer wieder sehe ich in Facebookgruppen für Dampfer, dass bei der Frage nach einer Akkuempfehlung der Sony Konion VTC5A genannt und als bester Dampferakku der Welt angepriesen wird. Denn der hat („boa ey“) sagenhafte 35A maximale Stromabgabe unter Dauerlast. Das stimmt auch und an der Qualität des Akkus gibt es nichts zu meckern. Allerdings hat er dafür auch nur 2600mAh Kapazität und ist noch dazu recht teuer.

Man kann diesen Akku durchaus in geregelten Akkuträgern verwenden und macht damit nichts falsch, aber wie du ja gerade erfahren hast, verschenkst du damit unnötige Leistung. Dein geregelter Akkuträger kann die 35A gar nicht ausschöpfen. Deshalb ist dieser Akku zwar perfekt zum ungeschützten mechanischen Dampfen geeignet, wenn man mit sehr „sportlichen“ Coils dampft. Für alles andere gibt es jedoch besser geeignete und noch dazu günstigere Akkus.

Braucht man ein Ladegerät?

Fast alle geregelten Akkuträger bieten die Möglichkeit, die Akkus im Gerät zu laden. Allerdings empfiehlt so gut wie kein Hersteller das auch tatsächlich zu tun. – Man kann das mal machen und es ist nicht gefährlich das zu tun. Allerdings werden die Akkus meist nicht richtig geladen und haben damit dann weniger Kapazität. Bei Akkuträgern mit mehreren Akkus werden die Akkus dazu meist nicht unbedingt gleichmäßig aufgeladen. Man kann die Akkus dann zwar bei jedem Ladevorgang im Gerät rotieren lassen, auf Dauer ist das jedoch keine Lösung. Für den Anfang kannst du im Gerät laden, solltest dir jedoch in absehbarer Zeit ein geeignetes externes Ladegerät zulegen. Es gibt bereits günstige für 15 – 20 Euro, die tadellos funktionieren. Es muss nur ein Ladegerät für 18650er Li-Ionen Akkus sein. Ich selber nutze den „Intellicharger i4“ von Nitecore. Das ist ein günstiges Ladegerät mit vier Schächten. Es gibt auch den „Intellicharger i2“ mit nur zwei Schächten.

 

Urheberrechtshinweis: Text mit freundlicher Genehmigung übernommen von
der Aromenmanufaktur STEAMWOLF.DE – handcrafted Premium-Aromen für Dampfer.

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Profilbild von Basti

Mein Name ist Sebastian und komme vom schönen Bodensee. Ich Dampfe seit 2015 und habe 2016 mich dazu entschlossen www.Dampfer-ABC.de ins Leben zu rufen.

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