Teil 6: Der Verdampfer

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Hier zeigen wir dir, welche Unterschiede es bei Verdampfern für E-Zigaretten gibt und wie du den passenden Verdampfer für dich findest.

Funktionsweise eines Tankverdampfers (Fertigcoil-Verdampfer, Selbstwickel-Verdampfer, Hybrid-Verdampfer)

Grundsätzlich muss man erst einmal zwischen Fertigcoil-Verdampfern, Selbstwicklern und Hybriden unterscheiden. Ein klassischer Tankverdampfer (Bottom Coil Clearomizer) besteht aus einem Tank, in dem das Liquid gespeichert ist, und der Verdampferkammer, in der der eigentliche Verdampfungsprozess stattfindet. Der Tank selber ist meist aus Glas (deshalb Clearomizer), so dass man den Füllstand des Liquids erkennen kann. Die Verdampferkammer liegt unterhalb des Tanks (deshalb Bottom Coil), damit das Liquid von oben nachfließen kann. Von der Verdampferkammer führt ein im Mundstück endender Kamin durch den Tank, damit man den Dampf auch inhalieren kann. – Es gibt auch andere Systeme, dazu jedoch später mehr. Der Bottom Coil Clearomizer ist die gängigste Form eines Tankverdampfers und so ein System empfehle ich dir auch als deinen ersten Verdampfer.

Der Coil (die Heizspirale)

Innerhalb der Verdampferkammer befindet sich der Coil – eine Spirale aus Draht – der erhitzt wird und an dem das Liquid verdampft. Damit das Liquid überhaupt bis an den Coil gelangt, ist durch diesen entweder ein Wattestrang gezogen oder er ist mit Watte ummantelt. Die Watte steht in Kontakt mit dem Tank, so bleibt sie immer feucht.

Draht und Watte sind Verschleißteile und müssen regelmäßig gewechselt werden. Wie oft gewechselt werden muss, kann man nicht pauschal beantworten. Das ist stark abhängig davon, welches Liquid man dampft und wie hoch die Leistung beim Dampfen eingestellt ist. Natürlich ist es auch abhängig vom Verdampfer selber.

Fertigcoils / Selbstwickler

Bei sogenannten Fertigcoil-Verdampfern befinden sich Coil incl. der Watte in einer Metallkapsel (Fertigcoil), die als Verdampferkammer fungiert. Diese Kapsel wird in den Verdampfer gesteckt oder geschraubt und es handelt sich dabei um ein regelmäßig zu wechselndes Ersatzteil, welches man einzeln oder im Set kaufen kann. Ist ein Coil verschlissen, zieht oder schraubt man ihn aus dem Verdampfer heraus und setzt einen neuen ein. Mehr muss man nicht tun.

Hinweis: Vor Einsetzen des Coils in den Verdampfer sollte man einige Tropfen Liquid auf die Watte geben, damit sich diese besser vollsaugen kann. Nach dem Einsetzen in den mit Liquid befüllten Verdampfer ist es angeraten, einige Minuten zu warten, bevor man die E-Zigarette benutzt. Ist die Watte noch nicht ausreichend mit Liquid getränkt, verkokelt sie beim Befeuern der E-Zigarette und der Dampf schmeckt verbrannt. Diesen Geschmack bekommt man nur schwer aus dem Coil heraus und meist muss er danach gewechselt werden.

Bei einem Selbstwickler fertigt man die Drahtspirale selber an und zieht auch selber die Watte hindurch. Die Verdampferkammer derartiger Verdampfer hat i.d.R. einen Boden (die sogenannte Base), den man herausschrauben kann. Dort kann man dann seine eigene Wicklung einsetzen. Der Vorteil von Selbstwicklern liegt neben den geringeren Kosten für den Coil insbesondere in der besseren Einflussnahme auf den Geschmack und die Dampfleistung des Verdampfers.

Ein hybrider Verdampfer ist eigentlich ein Fertigcoil-Verdampfer für den es auch eine Selbstwickeleinheit gibt. Allerdings ist diese Selbstwickeleinheit meist nicht vergleichbar einem reinen Selbstwickler. Es bleibt ein Kompromiss.

Meine Empfehlung: Für den Anfang empfehle ich dir sehr dringend, dich für einen Fertigcoil-Verdampfer zu entscheiden. Du solltest zumindest einen Verdampfer haben, der zuverlässig arbeitet und der immer einsatzbereit ist. Dein zweiter Verdampfer darf dann ruhig ein Selbstwickler werden. Spätestens, wenn du dich an deiner ersten Wicklung versuchst, wirst du meinen hier gegebenen Rat verstehen. Selber wickeln ist jedoch ein Thema für sich und würde hier den sowieso bereits sehr weit gesteckten Rahmen komplett sprengen. Deshalb werde ich an dieser Stelle nicht weiter darauf eingehen.

Der Ohm-Wert (Widerstand) und was er aussagt

Zurück zu den Fertigcoils. Für Fertigcoil-Verdampfer gibt es meist verschiedene Fertigcoils, die unterschiedliche Leistungsbereiche abdecken. Zu diesen Coils ist immer zumindest ein Ohm-Wert angegeben. Der Ohm-Wert bezeichnet den elektrischen Widerstand der Wicklung bzw. des Coils.

Je dicker ein Draht ist, desto geringer ist sein Widerstand. Je länger ein Draht ist, desto höher ist sein Widerstand. Ebenfalls nimmt das für den Draht verwendete Metall Einfluss auf den Widerstand. Die beiden gängigsten Drahtsorten sind Kanthal und V2A oder V4A Edelstahl. Kanthal hat einen höheren Widerstand als Edelstahl.

Je größer die Fläche ist, an der Liquid verdampfen kann, desto mehr Dampf lässt sich damit erzeugen. – Logisch. – Die Länge einer Wicklung ist beschränkt durch die Abmessungen der Verdampferkammer, deshalb kann man sie nicht beliebig lang machen. Außerdem heizen die Spulen nicht gleichmäßig sondern immer von der Mitte her nach außen auf. Ist eine Spule zu lang, wird die Hitzeverteilung zu ungleichmäßig. Im schlimmsten Fall verbrennt in der Mitte bereits die Watte während an den Rändern der Spule noch gar nicht richtig verdampft wird. Da ein dicker Draht mehr Platz benötigt, kann man mit diesem auf der selben Länge nicht so viele Windungen unterbringen wie mit einem dünnen. –Auch logisch. – Daraus folgt: Je dicker der Draht einer Wicklung, desto geringer der elektrische Widerstand. Dies lässt sich auch nicht beliebig durch mehr Drahtlänge abfedern.

Werden in einem Verdampfer zwei Coils verbaut, halbiert sich der Widerstand, da der Strom über zwei Wege einfacher fließen kann als nur über einen einzigen. Man spricht hier von Dual-Coils. Zu beachten ist, dass beide Coils exakt gleich gebaut sein müssen. Es gibt auch Verdampfer, in denen drei, vier, sechs, acht oder gar noch mehr Coils verbaut sind. Derartige Gebilde dienen i.d.R. dazu, extrem große Wolken zu produzieren.

Was lässt sich aus der Angabe zum Ohm-Wert schließen?

Im Normalfall bedeutet es, je geringer der Widerstand, desto mehr Leistung benötigt man, um den Draht aufzuheizen und desto mehr Dampf erzeugt man damit dann auch. Das ist allerdings keine eiserne Regel sondern nur eine Richtschnur. Man kann durchaus Wicklungen mit mehr Widerstand erzeugen, die mehr Dampf produzieren als Wicklungen mit geringerem Widerstand. Aber diese Richtschnur hilft Dir, die Angaben von Fertigcoils zu bewerten. Mit einem 0,2 Ohm Fertigcoil wirst Du wahrscheinlich mehr Dampf erzeugen als mit einem 0,5 Ohm Fertigcoil für den gleichen Verdampfer. Zumindest wenn normaler Draht verarbeitet wurde.

Es gibt Spezialdrähte wie z.B. Clapton Draht (Benannt nach Eric Clapton, weil der Draht wie eine Gitarrenseite gefertigt ist). Dieser Draht besitzt meist eine Seele aus dickerem Draht, um die dünnerer Draht gewickelt ist. Der Widerstand liegt in etwa beim Widerstand des Drahtes aus dem die Seele gefertigt ist. Auf diese Art kann man Drähte noch dicker machen, ohne den Widerstand zu sehr zu senken. Außerdem haben diese Drähte extrem viel Auflagefläche für das Liquid, weil es auch in die Spalten zwischen dem äußeren Draht dringt. Ein Fertigcoil mit Clapton Draht wird also, auch wenn er z.B. mit 0,5 Ohm bezeichnet ist, oftmals mehr Dampf entwickeln als ein mit 0,2 Ohm spezifizierter Fertigcoil aus normalem Draht.

Oft aber leider nicht immer wird neben dem Ohm-Wert auch der Leistungsbereich (von X – Y Watt) für einen Fertigcoil angegeben. Auch das ist ein hervorragender Indikator für die zu erwartende Dampfmenge. Je höher der Leistungsbereich, desto mehr Dampf bekommt man.

Hinweis: Backendampfer dampfen i.d.R. in Bereichen über 1 Ohm Widerstand, Lungendampfer darunter. Bei Widerständen von unter 1 Ohm spricht man auch von Subohm.

Verdampfer für Backen- und Lungendampfer

Ich erwähnte das bereits ganz am Anfang meiner Reihe. Es gibt einen Unterschied zwischen Verdampfern für Backendampfer und für Lungendampfer. Für Lungendampfer ist die Auswahl an Verdampfern enorm. Hier kommen auch regelmäßig neue Geräte auf den Markt. Für Backendampfer ist die Auswahl deutlich beschränkter.

Falls du dich für das Backendampfen entscheidest, wirst du bei deiner Suche relativ schnell beim „Aspire Nautilus“ oder beim „Aspire Nautilus Mini“ landen, da es kaum Fertigcoil-Verdampfer für das Backendampfen gibt. Es gibt einige Verdampfer, die Coils zum Backen- und zum Lungendampfen anbieten, allerdings benötigt man zum Lungendampfen eine deutlich größere Luftzufuhr und auch einen weiteren Kamin. Ebenfalls sollte die Verdampferkammer bei einem Backendampfer etwas kleiner sein, damit der Dampf kompakter bleibt. Ich glaube nicht, dass diese Kombiverdampfer das tatsächlich ordentlich leisten können. Da ich selber jedoch Lungendampfer bin, kenne ich mich bezüglich des Backendampfens weniger gut aus. Selber besitze ich zwar einen Nautilus Backenverdampfer, kann diesem Gerät jedoch keine große Freude abgewinnen. In Dampfergruppen bei Facebook wird dieser Verdampfer jedoch regelmäßig für das Backendampfen empfohlen. Insofern schließe ich mich dieser Empfehlung an. Es soll einige sehr gute Selbstwickelverdampfer zum Backendampfen geben. Es wäre also ratsam, dich als Backendampfer auch mit diesem Thema zu beschäftigen.

Weitere Verdampfersysteme

Neben dem beschriebenen Bottom Coil Clearomizer gibt es noch weitere Verdampfersysteme, die etwas anders funktionieren. Auf diese werde ich jetzt der Vollständigkeit halber kurz eingehen. Kurz deshalb, weil es sich bei diesen Verdampfern fast ausschließlich um Selbstwickelverdampfer handelt.

Top Coil Verdampfer/Clearomizer

Hier sitzt die Verdampferkammer über dem Tank. Der Nachteil ist, das Liquid fließt nicht automatisch an die Verdampferkammer. Eigentlich ist das eine Bauart aus den Anfangszeiten der E-Zigarette. Damals wurde nur mit dünnen Drähten und wenig Dampf gearbeitet. Als Trägermaterial für das Liquid dienten anstelle von Watte Silikatschnüre. Um diese Schnüre, dessen Enden in den Tank reichten, wurde der Draht gewickelt. Die Schnüre funktionierten als Dochte.

Allerdings erfahren Top Coil Verdampfer gerade ein Revival, denn ihr Vorteil liegt darin, dass die Verdampfer nicht so schnell siffen und auslaufen können. Die Watte dient nicht nur als Transportmaterial für das Liquid, sie dichtet gleichzeitig auch die Verdampferkammer zum Tank hin ab. Ist sie nicht ordentlich verlegt, kann zu viel Liquid in die Verdampferkammer geraten. Diese Gefahr besteht bei einem Top Coil Verdampfer weniger. Moderne Top Coil Verdampfer sind jedoch alles Selbstwickler.

Tröpfelverdampfer / Tröpfler / Dripper

Ein Tröpfler ist ein Verdampfer ohne Tank. Hier wird das Liquid direkt auf die Watte des Coils oder in eine kleine Wanne getröpfelt bis in welche die Watte reicht. Tröpfler eignen sich sehr gut, um Liquids zu verkosten, weil man nicht jedes Mal den Tank leeren und neu befüllen muss. Außerdem sind Tröpfler oft sehr geschmacksintensiv und bieten Platz für sehr große Wicklungen. Man kann damit bei Bedarf extrem viel Dampf erzeugen, zumal man sich keine Gedanken um den Liquidnachfluss zu machen braucht. Dafür muss man nach wenigen Zügen wieder Liquid nachtröpfeln. – Auch Tröpfler sind reine Selbstwickelverdampfer.

Der passende Verdampfer zum Akkuträger

Nun müssen wir Verdampfer und Akkuträger noch zusammen bringen. Man könnte meinen, wenn Verdampfer und Akkuträger jeweils einen 510er Anschluss haben, dann passt das auch zusammen. Dem ist leider nicht so.

Verdampfer gibt es in verschiedenen Durchmessern. Verdampfer mit einem Durchmesser von bis zu 22mm passen auf so gut wie jeden Akkuträger. Ab 23mm kann es für Akkuträger mit nur einer Zelle bereits eng werden. Aufschrauben kann man sie zwar oft noch, nur steht der Verdampfer dann über und das sieht nicht mehr schön aus. Hier solltest du dann besser einen Akkuträger mit zwei oder drei Zellen verwenden. Verdampfer mit über 22mm Durchmesser sind sowieso meist für höhere Leistungen konzipiert und benötigen die Leistung eines Akkuträgers mit mehr als einer Zelle.

Manchmal kann es sein, dass die Schraube des Verdampfers etwas zu lang für das gefederte Gewinde des Akkuträgers ist. Der Verdampfer wackelt dann leicht hin und her. Bitte versuche nicht, den Verdampfer mit Gewalt fester in den Akkuträger zu schrauben. Damit zerstörst du nur die Federung deines Akkuträgers. Abhilfe schafft hier eine passende Unterlegscheibe oder ein sogenannter Heatsink (das ist ein Adapter, der den Wärmeübergang vom Verdampfer zum Akkuträger mindern soll).

Der richtige Verdampfer für den Einstieg als Lungendampfer

Wenn du als Lungendampfer einsteigen willst, empfehle ich dir für den Start einen Verdampfer, der sich im Leistungsbereich von 25 bis 60 Watt bewegt. Damit kann man bei Bedarf bereits mächtig Dampf machen.

Dem aktuellen Trend folgend werden mittlerweile immer leistungsstärkere Geräte auch als Einsteigergeräte verkauft. Das kann man meiner Meinung nach machen, als sonderlich hilfreich empfinde ich diesen Trend jedoch nicht. Als ich von der Zigarette auf die E-Zigarette umgestiegen bin, war es für mich durchaus wichtig und hilfreich, ein gewisses Dampfvolumen zu haben. Ich brauchte den Druck (Flash) in der Lunge. Das Gefühl, dort etwas zu spüren. Dazu benötigt man jedoch keine Leistungen über 100 Watt. Meiner Meinung nach leidet bei zu hohen Leistungen auch der Geschmack des Dampfes. Damit der Dampf bei derartigen Leistungen nicht zu heiß wird, muss man an dem Gerät ziehen, als säße einem der Teufel persönlich im Nacken. Als Anfänger zieht man jedoch meist eher zaghafter, weil sich die Lunge zunächst einmal an den Dampf gewöhnen muss. Wahrscheinlich wirst du auch irgendwie zu Beginn mit einem extrem leistungsstarken Verdampfer klar kommen, wirklich angenehm wird dieses Erlebnis jedoch eher nicht sein.

Weitere Begriffe für Verdampfer

Die Bezeichnung in Shops ist nicht immer einheitlich, deshalb füge ich abschließend noch einige gängige Bezeichnungen incl. Erklärung an, damit du dich bei deiner Suche nach dem geeigneten Verdampfer besser zurecht findest.

Atomizer: Steht mittlerweile einfach für Verdampfer ohne nähere Bezeichnung

Cartomizer: Wirst du heute kaum mehr als Bezeichnung finden. Stand für einen Tankverdampfer, bei dem der Tank bzw. das Liquiddepot komplett mit Watte gefüllt war.

Dual Coil: Wenn in einem Verdampfer mehr als eine Spirale/Coil verbaut ist. Es gibt auch Triple Coil, Quad Coil, usw.

RBA bzw. Rebuildable Atomizer: Bezeichnet einen Hybrid-Verdampfer bzw. dessen Selbstwickeleinheit. Also ein Verdampfer in dem man sowohl Fertigcoils als auch eigene Wicklungen verwenden kann.

RDA bzw. Rebuildable Dripping Atomizer: Bezeichnet einen Tröpfelverdampfer zum Selberwickeln.

RTA bzw. Rebuildable Tank Atomizer: Bezeichnet einen Selbstwickel-Tankverdampfer.

 

 

Urheberrechtshinweis: Text mit freundlicher Genehmigung übernommen von
der Aromenmanufaktur STEAMWOLF.DE – handcrafted Premium-Aromen für Dampfer.

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Profilbild von Basti

Mein Name ist Sebastian und komme vom schönen Bodensee. Ich Dampfe seit 2015 und habe 2016 mich dazu entschlossen www.Dampfer-ABC.de ins Leben zu rufen.

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